Aktuelles

23.04.2023

Der Verein SpaceDays e.V. wird aufgelöst.

Damit wird es die SpaceDays

Deutschlands größte Modellbauausstellung für Science Fiction, Fantasy und Raumfahrt nicht mehr geben!

Visio - ich sehe

Das Bild in der AV ist heute mehrheitlich digital. Smartphones, spiegellose und Spiegelreflexkameras jeglicher Art eignen sich, ein Motiv halbwegs abzulichten und zu speichern. Welche Marke und welches System genutzt werden, ist wieder mehr Religion, denn relevant. Wer keinen Blick fürs Motiv besitzt und zur falschen Zeit am falschen Ort steht, wird schwerlich tolles Bildmaterial erzeugen.

 

Ein paar Regeln gelten selbst für die „echten“ Künstler und Kreativen. Es ist schon mal ein guter Anfang, wenn bildwichtige Elemente scharf abgebildet werden. Ob die dann entlang gedachter Diagonalen, im Goldenen Schnitt oder sonst wie angeordnet sind, spielt erst dann eine Rolle, wenn im AV-Projekt von einem Bild zum nächsten gewechselt wird. Da können durchaus gute Einzelbilder im Fluss einer Bildsequenz schlechter herauskommen, als singulär im Kalender.

 

Für ein AV-Projekt empfiehlt es sich, vorab ein Bildformat festzulegen, z.B. 16:9, was auf vielen Monitoren, Fernsehgeräten und Projektoren (Beamern) zum formatfüllenden Bild führt. Das 4:3- oder 3:2-Format alter TV-Geräte bzw. Dias ist nicht mehr en vogue.

 

In vielen AV-Projekten jenseits der Reportage werden m Gegensatz zum heutigen Film keine harten Schnitte verwendet, wenn ein Bild aufs nächste folgt. Im Gegensatz, die Bilder fließen häufig ineinander, ohne dass zwingend erkennbar sein muss, wie denn das Einzelbild aussehen würde. Dies ästhetisch zu komponieren erfordert Erfahrung, Übung und hängt auch vom Tempo des Vortrags ab und letztlich auch vom Ton. Schnelle Musik, kurze Überblendungen, härtere Cuts. Langsame Musik, weiche Überblendungen, lange Standzeiten. So einfach klingt das.

 

Und wer es kann, der wechselt von einem Bild zum nächsten exakt auf dem Takt der Musik. Das fällt dem Zuschauer nur unterbewusst auf, verstößt man dagegen, wirkt das Projekt nicht stimmig. Gute Beobachter erkennen diese einfache Regel in jedem Film, der über den Fernseher läuft.

 

Die hohe Schule der AV ist das sogenannte Freistellen von Motiven. Das bedeutet, dass man um ein bildwichtiges Motive jeglichen Rand löscht. Ist der Kontrast zwischen Motiv und Hintergrund hoch, übernehmen das schon mal Bildbearbeitungsprogramme. Das ausgeschnittene Bild sollte eine weiche Kante besitzen, sprich ein zwei Pixel Transparenz. Dann hebt es sich nicht wie per Schere ausgeschnitten vom neuen Hintergrund ab.

 

Und mit verschiedenen Bildebenen, transparenten und nichttransparenten Bereichen, freigestellten Motiven und viel Zeit, Geduld und herum probieren, entstehen dann tolle Bildkollagen, die fließen.

 

Steckt dann auch noch eine Idee und Geschichte hinter dem Projekt, steht der Himmel der AV offen.

Ohne Idee, Dramaturgie und Geschichte nennt man das halt Impressionen oder Visionen und langweilt seine Umgebung mit viel Schal, Rauch und Effekt-Hascherei.

 

Apropos Effekte: Alle aktuellen AV-Programme bieten eine Vielzahl von Effekten an, die aus einem Standbild etwas Animiertes erzeugen. Man kann Bilder in andere Bilder einblenden, Bilder bewegen, zoomen und verbiegen, glitzern und was auch immer lassen. Wenn es zum Konzept und der Geschichte passt, dann gut so.

 

Wenn nicht, lautet der Vortrag: Effekte die ich bedienen kann mit langweiligen Bildern vom letzten Gassi gehen.

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© Jürgen Lautner