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Back on the Scene - Die Rhein - Main - Szene

Darmstadt liegt gerade ein halbes Autostündchen südlich meines Frankfurter Domizils - ohne aufgeplatzte Autobahnbeläge oder ökodiktatorischer Geschwindigkeitsbegrenzungen, wohlgemerkt. Dort traf ich auf eine illustre Gruppe von Menschen, die das ganze Sprektrum des Fandoms abzudecken schien. Kino- und TV-Serien-Fans, Leser anspruchsvoller wie schlichterer Elaborate, Sammler, Bastler und Media-Freaks. Con-Besucher, Monologisierer, Fans deftiger Bolonaise-Schnitzel oder des stillen Wassers. Einige sind sehr aktiv, manche haben breite, wieder andere recht eingeschränkte Interessen. Und so ist es durchaus möglich, Gemeinsamkeiten zu finden. Und wie überall menschelt est, fluktuieren einige und entwickeln sich - weiter, vorwärts oder zurück, wohin auch immer.

 

Regelmäßig am ersten Samstag im Monat findet ein SF-Treff statt, auch wenn das böse Wort (in meinen Ohren) Dinner, noch immer nicht ausgerottet ist. Die Kino-Dienstage kenne ich nur vom Hörensagen, meistens trifft man sich, wenn ich noch letzte Überstunden schiebe.

 

Jährlich organisiert oder unterstützt die Darmstädter Szene den Buchmessekonvent in Dreieich-Sprendlingen. Dies ist ein Eintages-Con, der parallel zur großen" Frankfurter Buchmesse stattfindet, und Klein-Verlagen, Nachwuchsautoren und auch einem etabierten Kreis üblicher Verdächtiger ein Forum bietet. Schwerpunkt allerdings ist aus historisch gewachsenen Gründen eher Fantasy und Horror. Die klassische SF spielt dort eher eine untergeordnete Rolle. Roger Murmann, einer der Organisationen legt allerdings Wert auf die Feststellung, es läge nicht an der Orga, sondern am Mangel an Autoren und Verlagen, die die Fahne der SF hochhalten. Höhepunkt des BuCOns ist die Verleihung des undotierten Deutschen Fantastik Preises DFSP in diversen Sparten, danach bauen die meisten Händler ab.

 

Ein weiteres Fandom-Gewächs waren KleinCons wie der Starport Darmstadt, WinzConz wie Juris Night und EgoCons wie der Old Rocketman von Robert Vogel, der zu seinem 50. Geburtstg Weggefährten um sich scharte.

 

Ein Highlight der Darmstädter waren die Space Days, eine spezielle Modellbauausstellung für SF, Fantasy und Raumfahrt, die aktuell alle geraden Jahre stattfindet. Inzwischen sind die Space Days so umfangreich geworden, dass ein eigener e.V. gegründet wurde und man in eine recht große Halle nach Darmstadt-Wixhausen umziehen musste. Gespannt warten Manche, wie es weiter geht, denn heute, im August 2013 sieht es mit dem Prämarketing recht ruhig aus. Außer einer Internetseite tut sich nichts. Die Werbestände auf befreundeten Cons fielen aus, das erfolgreiche virale Mikromarketing aufgrund unklarer Kompetenzen ebenso.

 

Anmerkung des Moderierenden Juni 2021: Interessierte mögen auf den SpaceDays Seiten selbst herausfinden, dass seit Niederschrift dieser Zeilen zwei erfolgreiche Ausstellungen in der Darmstädter Unimensa Lichtwiese stattgefunden haben. Selbst von einem Hochlicht in 2022 wird dort berichtet. 

 

Und dann erreichte uns Sommer noch die Hiobsbotschaft, dass die Gaststädte Stadt Budapest zum Jahresende schließt. Eine neue Location wird gesucht, wo es bezahlbare Speisen aber auch die Möglichkeit gibt, bei geringem Konsum von 18:00 - 01:00 Uhr nachts beisammen zu sitzen. Außerdem möchte man gelegentlich auch Vorträge  sehen, regelmäßig Verkaufsstände aufbauen, und Parkplätze und saubere Toiletten sind ebenfalls gerne gesehen.

 

ZEITSPRUNG 2021

 

Pandemie-Zeit. Isolation. Das Fandom ist ins Virtuelle entfleucht. Statt in einer dreidimensionalen Welt, agieren manche auf einer Scheibchenwelt. Flache Kacheln, mal animierte Gesichter, selten Lippensychron. Da fehlt die Mimik und die Reaktion aufs Gesagte. Gern versteht man sich miss, weil - ist ja Internet. Da tobt der Honk, und hinter manchen Toren verbirgt sich ein Zonk. Gespräche sind zäh, Performance und Leitungsqualität bestimmen den Redner. Und ich mittenmang. Und kein lauwarm-Buffet mit Viel&Fettch Convenient Schröcklichkeiten labt das Magengeschwür. Selbst doppelt-gechipte Bill-Gates-Zombies mussten draußen bleiben oder sich beim Popeln die Nasenscheidewand perforieren. Das kennt der Frankfurter nur vom Schnee im Sommer im Bankenviertel. Und dabei dachte ich, die Grüne Revolution hätte die Wattestäbchen inzwischen verboten.

 

Ob wir uns jemals wieder ohne Genern-Maskenwang treffen dürfen - drinnen, wo es warm und kuschlig am Büffet ist - wer weis. 

 

Im Fandom wurde geradee zur Hexenjagd geblasen, trotz bedingungsloser Toleranz gegenüber allen, mit denen man exakt einer Meinung ist, sucht man den Feind. Schön binär: Schwarz-weiß, Gut-Böse, Links-Rechts. Die Mitte ist vergessen, das grau des Grauen Rates der Mimbari oder dessen Abstufungen nach Loriot ebenso. Und bunt und Farbe, somewhere over the Rainbow? Im SF-Fandom Fehlanzeige - Regenbogenflaggen wehen höchstens vorm Reichstag neben der Reichkriegsflagge, wo sich Esoeriker, Impfgegner und Sowieso-Alles-Besserwisser ein Stelldichein geben.

 

Herr Gates in mir sagt, ich solle mich nicht echaufieren. Ich frage zurück: Warum hat Snake Pliskin seine Chips mit einer Injektion erhalten und ich musste zweimal zum Aua.

 

... wird fortgesetzt

... oder auch nicht

 

 

 

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© Jürgen Lautner